Wie wir der Stille lauschen können

Aktualisiert: 18. Juli 2020




Sich vorzustellen, dass man ruhig da sitzt, meditiert und einfach mal gar nichts denkt ist gar nicht so einfach, geschweige denn leicht umsetzbar.

Schließlich schleichen sich aus allen verschiedenen Ecken unseres Bewusstseins Gedanken ein, die nichts besseres zu tun zu haben scheinen, als uns immer wieder abzulenken.




Sicherlich hast du dich schon oft gefragt, wann man es endlich schafft, beim Meditieren den Kopf "auszuschalten"... Aber warum wollen wir das eigentlich? Warum haben wir da so eine bestimmte Idee davon, wie das Meditieren zum Beispiel sein sollte. Woher kommen all die Erwartungen an diesen Prozess, der doch so viel Ruhe mit sich bringen sollte?

Und da sind wir auch schon wieder mitten im Kopf und im altbekannten Fragenkarussel angekommen!


Fangen wir also an, genauer nach dieser Stille zu suchen.



Von wo aus suchen wir da eigentlich?


Wir sind von klein auf darauf getrimmt, dass man von etwas das unser Problem lösen soll wohl erwarten kann, dass es das auch tut. Samt angenehmer Wirkung bitteschön. Die Erwartung, dass sich etwas zum Positiven hin verändert ist hoch. So soll doch Medizin auch einigermaßen nebenwirkungsfrei gesund machen. Und wenn mir eine Werbung die Lösung für mein Problem lieb gemeint unterjubelt, dann erwarte ich aber auch die entsprechende Wirkung und Leistung wenn ich mich schon zum Kauf hinreißen lasse.

Erwartungen haben wir dabei nicht nur im äußeren Umfeld sondern oft auch im hohen Maße an uns selbst. Wir investieren voller Erwartung ein Vermögen in Bücher, Seminare und greifen jeden Strohhalm, sobald wir feststellen, dass es da "noch mehr gibt" oder "du kannst noch so viel mehr aus dir heraus holen!" Dir fallen an dieser Stelle noch sicherlich eine Hand voll mehr Sätze ein, die uns auf jeden Fall pushen und zur Selbstoptimierung anregen sollen.


Doch wo hört der Spaß bei Erwartungen auf? Wann entsteht statt Ansporn nur noch Druck und aufgrund dessen ein Zustand des "Funktionierens". Wann halten wir widererwartend nicht mehr Stand und machen uns selbst Vorwürfe, weil wir dies oder jenes doch nicht erreicht haben. Machen uns klein da wir merken, dass die Puste fehlt und das dies doch dann ein Zeichen von Schwäche sein muss! Schnell fühlen wir uns nicht mehr gut genug und vergessen dabei, dass unser Selbstwert nicht davon abhängig ist welche Erwartungen wir erfüllen.



Also, dann gibt es doch eine Lösung für das Problem!


Du erwartest nun sicherlich, dass ich dir davon erzähle welche Benefits auf dich warten sobald du dich ruhig hin setzt und meditierst. Schließlich ist es ja wissenschaftlich belegt, was sich alles zum Positiven hin verändert und das Menschen die meditieren viel entspannter, resilienter, und mental gesünder sind. Das stimmt auch alles! Es gibt noch so viele Vorteile mehr, die ich nun hier zusammen tragen und dich davon überzeugen könnte, warum Meditieren genau das richtige für dich ist.

Aber ...



In Wirklichkeit bekommen wir nicht Etwas durch Meditation, sondern wir verlieren Etwas.


Wir denken bei Meditation häufig daran etwas zu bekommen, aber in der Realität verlieren wir Etwas. Wir verlieren die Angst, den Zorn, den inneren Widerstand, wir verlieren unsere Ignoranz und die Dunkelheit. Und wenn wir das verlieren, können wir beginnen uns selbst zu sehen. Wir lernen diese so anzuerkennen wie sie ist. Von dieser Betrachtungsweise aus, brauchen wir nicht danach zu suchen, was wir brauchen. Wir lernen vielmehr, uns daran zu erinnern, dass bereits alles da ist.



Und die versprochene Stille?



Ich bin mir sicher, dass du diese Antwort bereits in dir trägst.


Stille tritt dann ein, wenn wir unsere Erwartung daran los lassen!